Rückblick 2016: Das war QS EXCELLENCE!

Informativ, vielseitig und zukunftsweisend, das war der Kongress QS Excellence, der am 4. und 5. Juli 2016 zum ersten Mal mit ca. 90 Teilnehmern aus allen Branchen im Dolce Hotel Bad Nauheim stattfand.

Unter dem Motto „Neue Impulse für die industrielle Qualitätssicherung in Zeiten von Industrie 4.0“ zeigte der Kongress einen praxisnahen Querschnitt an Methoden, innovativen Methodenansätzen und Prüfprozessen sowie neueste Produktionstechnologien in der Qualitätssicherung von morgen.

Im Fokus standen die neuen Anforderungen an die Qualitätssicherung durch den Trend der vollständigen Digitalisierung in der Fertigung. Im Bereich Datenanalyse und Datenintegration beschäftigte sich der Kongress mit brennenden Fragen rund um Data Mining, Echtzeit-Datenanalyse sowie Integration von PLM, MES und CAQ-Systemen, daneben konnten sich die Teilnehmer im Rahmen der Quality-Expo über die neuesten Mess- und Prüftechnologien, Softwareprodukte und Dienstleistungen für ihre Qualitätssicherung informieren.

Digitalisierung und Vernetzung auf dem Vormarsch

Eine digitalisierte und vernetzte Fertigungsmesstechnik ist der Hebel, um effizient bei geringeren Kosten Qualität zu produzieren, sagt Dr. Benjamin Viering, Leiter Marketing und Geschäftsstrategie bei Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH in Oberkochen, in seiner Keynote zu Beginn des ersten Kongresstages auf die Frage „Qualitätssicherung im Zeichen von Industrie 4.0 – wo geht die Reise hin?“ Dr.-Ing. Andreas Jacobi, CoC Reliability Leitung Team Erprobungssicherung der Daimler AG, zeigte in seinem anschließenden Praxisbericht, wie Qualität 4.0 im Kontext der Zuverlässigkeitssteuerung im Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden kann.

Was kostet Qualität auf dem Weg zur QS Excellence? Laut Prof. Dr.-Ing. Roland Jochem, Leiter Fachgebiet Qualitätswissenschaft des Instituts für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der TU Berlin, ermöglichen effektivere Datenauswertung und die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit Simulation frühere, schnellere und fundierte Entscheidungen zu QS-Maßnahmen. So könnten Q-Kosten durch effiziente Maßnahmen gezielt reduziert werden oder erst gar nicht entstehen. Über die Chancen und Grenzen bildverarbeitender Verfahren in der Qualitätssicherung sprach im Anschluss Dr. Frank Höller, Principal Scientist bei Carl Zeiss AG in Oberkochen. Sein Blick in die Zukunft: Autonomie könnte der nächste Trend sein.

Die Foren: Prüfprozesse, QS-Methoden, gelebte Qualitätssicherung, innovative Mess- und Prüfverfahren sowie Data Mining

Im Anschluss konnten sich die Kongressteilnehmer in jeweils zwei parallel stattfindenden Foren gezielter informieren. In dem Forum „Prüfprozesse und QS-Methoden“ unter Leitung von Armin Neises und Abduhali Yasar setzten sie sich intensiv mit der Integration der Prüfprozesse, dem 8D-Prozess hinsichtlich 4.0, dem Prüfprozessmanagement, APQP als Projektmanagement-Methode zur Steuerung von Industrie-4.0-Projekten sowie der Statischen Versuchsplanung DoE auseinander.

Im Forum „Mess- und Prüfsysteme“ unter der Forumsleitung von Dr.-Ing. Christian Wunderlich, Fraunhofer-Institut IKTS, und Prof. Dr. Martin Sellen, Micro-Epsilon Messtechnik GmbH, wurden die Möglichkeiten und Grenzen von scannenden Lasertriangulations-Systemen, der Einsatz und Herausforderungen bei der zerstörungsfreien Prüfung (ZfP) von CFK-Strukturen in der Luftfahrtindustrie, Qualitätssicherung für die additive Fertigung sowie neue Wege in der robotergestützten Bildverarbeitung aufgezeigt.

So zeigte Prof. Dr. Martin Sellen anhand von Applikationsbeispielen aus der Praxis die Bedeutung der Sensorik für die Industrie 4.0. auf.

Gelebte Qualitätssicherung war das Thema im Forum „QS in der Industriepraxis“. Sehr anschaulich zeigten die QS-Verantwortlichen u.a. von HAWE Hydraulik (Stefan Schmid und Jürgen Göser), Audi Hungaria Motor Kft (Nina Kandler-Schmitt) und Voltavision GmbH (Nils Stentenbach), wie Qualitätssicherung erfolgreich in der Fertigung eingesetzt werden kann.

Data Mining, Productivity Advantage und Big Quality Data Management waren die Schlagworte des Forums „Datenanalyse und Datenintegration“. „Big Data“ werden bereits heute vielerorts in der Produktion erzeugt – so der Forumsleiter Eike Permin, Fraunhofer-Institut IPT. Aber aus Daten Informationen und Wissen zu erzeugen, bedeute weit mehr als das bloße Anwenden von Algorithmen.

Data Analytics könnten durch robustere Prozesse, geringere Verschwendung und verbesserte Wissenserzeugung einen Mehrwert für produzierende Unternehmen leisten.

Sein Fazit: Für eine moderne Qualitätssicherung ist die Datenanalyse eine Notwendigkeit. Einen interessanten Ausflug in die Augmented Reality gab Dr. Markus Große Böckmann von oculavis GmbH. Er stellte den Teilnehmern den Einsatz von Smart Glasses zur Qualitätssicherung vor, z.B. bei der freihändigen Anwendung komplexer Aufgaben, als Remote-Expert-Unterstützung und in der Logistik. Seine Aussage: The wearable age is just starting!

Quality 4.0 – wohin geht die Reise?

Talkgäste: Armin Neises, Prof. Dr. Martin Sellen, Kongressleiter Prof. Dr.-Ing. Markus Glück und Dr.-Ing. Benjamin Viering

Am Nachmittag des zweiten Kongresstages wurde zum Thema „Qualitätssicherung im Wandel hin zu Qualität 4.0“ im Rahmen eines Quality-Talks unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Glück anregend diskutiert. Im Fokus der Talkgäste Armin Neises, Prof. Dr. Martin Sellen, Dr.-Ing. Benjamin Viering und Stefan Schmid von HAWE Hydraulik stand die Frage, wie sich produzierende Unternehmen sowie Anbieter von unterstützenden Dienstleistungen auf diesen Wandel einstellen. Sind wir den Herausforderungen tatsächlich gewachsen? Wie stellt sich die Situation bei den Unternehmen in Deutschland dar – und insbesondere bei KMU? Welche Anforderungen werden gestellt, welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Einen weiteren Höhepunkt bildete im Anschluss der wortgewaltige und unterhaltsame Vortrag von Prof. Dr. Stefan Stoll, Leiter des Studiengangs Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Sein Thema: „Live or Let Die“ – Chancen und Herausforderungen der Digitalen Transformation“. Neben schlagkräftigen Feststellungen wie „software is eating the world“ stellte er die dringende Notwendigkeit einer Digitalen Revolution in Unternehmen heraus und thematisierte den inhaltlichen Kern sowie die Relevanz der Begriffe Big Data, Vernetzung, Cloud und Industrie 4.0. Sein Ansatz: Nur durch disruptive also verdrängende, Innovationen und nicht allein durch stetige Weiterentwicklungen bestehender Produkte könnten Unternehmen und Märkte heutzutage noch bestehen.

Zum Abschluss der Veranstaltung und als weiteres Highlight gab Dominik Bösl, Corporate Innovation Manager und Technology Owner „Apps & Cloud“ bei der KUKA AG in Augsburg, den interessierten Teilnehmern einen innovativen Ausblick in die Welt der Robotik im Zeitalter der Digitalisierung. Der Kongress QS-EXCELLENCE 2016 bot den Teilnehmern einen branchenübergreifenden Überblick, einen hochwertigen Erfahrungsaustausch zum Stand der betrieblichen Umsetzung und der Vorbereitungen auf die Einführung der Qualität 4.0 sowie vielfältige Gelegenheiten zur Orientierung und Positionsbestimmung, um die vielen Erfahrungen und Bewertungen aus der QS-Praxis im Dialog fortzuentwickeln. Kongressleiter Prof. Dr. Markus Glück führte durch die beiden Kongresstage.

Das Team der WEKA Akademie bedankt sich bei allen Partnern, Ausstellern und Unterstützern für die gelungene Veranstaltung.

Wir freuen uns bereits auf den nächsten Kongress QS Excellence 2017 vom 4. bis 5. Juli 2017 in Bad Nauheim!

„Sehr zufrieden, gute Themen, gute Referenten, gutes Ambiente, viele Anregungen zur Umsetzung!“ Roland Herzog , Roland Herzog Management Consulting (RHMC), Düsseldorf